Bandscheibenerkrankungen

Die Bandscheibe ist außerordentlichen Druckbelastungen ausgesetzt. Bei Zerstörung des äußerlichen Faserringes aufgrund der Belastung gerade im Alter, kann es zu sogenannten Bandscheibenvorfällen kommen. Weitere Bezeichnungen dafür sind: Bandscheibenprolaps, Discushernie, Discusprolaps und Nucleus-pulposus-Prolaps.

 

 

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Warum kommt es zu Schmerzen an der Bandscheibe?

Das bedeutet, dass es im betroffenen Wirbelsäulenabschnitt vor allem zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel sowie zwischen dem 5. Lendenwirbel und dem 1. Kreuzbeinwirbel bei der räumlichen Nachbarschaft zum Rückenmark und der Nervenwurzeln zu Störungen in diesem Bereich kommt.

Bei degenerativen Bandscheibenveränderungen wölbt sich das Gewebe in den Spinalkanal oder in dem knöchernen Kanal der Nervenwurzel. Hier entsteht ein biochemisch nachzuweisender Reizzustand, der wiederum das Schmerzsyndrom auslöst.

Der weniger gefährliche "Hexenschuss" oder Ischias, der letztendlich als der Ausdruck für die ausstrahlenden Schmerzen infolge der Irritation bekannt ist, kann in den meisten Fällen mit gutem Erfolg konservativ gut behandelt werden. Das heißt mit physiotherapeutischen Maßnahmen, Schmerzmitteln, Wärmeanwendungen usw.

In schweren Fällen kann es bei einem plötzlichen Vorfall zu Nervenfunktionsstörungen kommen, die sich neben den Schmerzhaftigkeiten in Gefühlsverlust und Lähmungen äußern.

Bei Nervenfunktionsstörungen sensibler, vor allem auch motorischer Art ist eine Operation erforderlich.

Diagnostik bei Bandscheibenerkrankungen

Neben der Röntgendiagnostik, die Rückschlüsse auf die knöchernen Veränderungen schließen lassen, ist ein sogenanntes Schichtbildverfahren (CT oder MRT) zur Beurteilung der Weichteile, eben auch der Bandscheiben, erforderlich.

Anhand der Ergebnisse der radiologischen Untersuchung können die Höhe und das Ausmaß der Bandscheibenerkrankung erkannt sowie eine spezielle Operationstechnik für den Fall einer Notwendigkeit des aktiven Vorgehens genau bestimmt werden.

Eine sofortige Operation ist dann erforderlich, wenn es nach einem Vorfall zu Blasen-, Mastdarm- oder Potenzstörungen gekommen ist. Diese Form des Bandscheibenvorfalles ist eine Notfallsituation, die einer baldmöglichen Operation zugeführt wird (Conus-Cauda-Syndrom).

Behandlungsmöglichkeiten

Spondylodese (Segmentale Versteifung)

Bei schweren Abnutzungen kommt in den meisten Fällen nur

  • die Ausräumung der Bandscheibe,
  • die Wiederherstellung des Bandscheibenfaches durch sogenannte Zwischenwirbelplatzhalter, die mit Knochenstückchen gefüllt sind, und
  • eine rückenseitige Verschraubung (Verfestigung) in Betracht.

Schwere Abnutzungen äußern sich dadurch, dass durch die Höhenminderung des Wirbelsäulensegmentes eine Instabilität und eine bindegewebigen Lockerung eingetreten ist, die im Kernspin und in den Funktionsaufnahmen zu erkennen ist.

In den meisten Fällen, wenn nur ein oder zwei Segmente betroffen sind, treten im alltäglichen Leben nach der operativen Behandlung kaum merkliche Funktionsstörungen der Beuge- und Streckbeweglichkeit der Wirbelsäule auf.

Bandscheibenprothese

Bei Jugendlichen und bei Erwachsenen, deren knöcherne Substanz, Kapselbandstrukturen und kleinen Wirbelgelenke gut erhalten sind, kann die Implantation einer Bandscheibenprothese in Betracht gezogen werden.

In den vergangenen Jahren haben sich die Erfolge der Bandscheibenprothetik bei gezielter und regelrechter Indikation bessern lassen. Diese Therapieoption stellt jedoch nur für einen geringen Anteil von Wirbelsäulenschmerzpatienten eine vernünftige Alternative dar.

Minimalinvasive Schmerztherapie

Durch minimal-invasive Methoden wie die IDET-Therapie und andere Verfahren ist eine Behandlung der Bandscheibendegenerationen in den Anfangsstadien möglich. Solche Methoden führen einerseits zu einer reaktiven Vernarbung beziehungsweise Verfestigung des Bandscheibengewebes und beeinflussen andererseits den lokalen Nervenstoffwechsel günstig.

Dieser Behandlungsweg zeichnet sich durch ein ausgesprochen niedriges Komplikationsrisiko aus. Die minimal-invasiven Methoden sind jedoch genau wie die Bandscheibenprothese nur bei einem bestimmten Patientenkreis erfolgreich. Dennoch werden gerade bei richtiger Indikationsstellung mit dieser Methode gute Behandlungsergebnisse erzielt.