Das Schultergelenk

Das Schultergelenk wird aus dem Oberarmkopf und der Pfanne des Schulterblattes gebildet. Aufgrund des Größenmißverhältnisses von Kopf zur Pfanne ist es das beweglichste Kugelgelenk des menschlichen Körpers.

Dies kann in Folge des zu Luxationen (Ausrenkungen) oder auch Muskel- und Sehnenrissen bei Stürzen führen. Um derartigen Verletzungen entgegen zu wirken, wird das Schultergelenk von der sog. Rotatorenmanschette stabilisiert. Diese ist eine Gruppe von vier Muskeln, die das Schultergelenk kappenförmig umgeben.

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Subacromiales Impingementsyndrom (Enpaßsyndrom)

Beim Enpaßsyndrom der Schulter wird durch eine Enge des Raumes zwischen Schulterdach und Oberarmkopf (subacromialer Raum) die Supraspinatussehne (Teil der Rotatorenmanschette) gereizt. Dies führt zu einer Entzündung des Schleimbeutels (subacromiale Bursitis) mit Bewegungeinschränkung und Schmerz. Meist ist ein seitliches Anheben des Armes nur noch bis ca. 60° schmerzfrei möglich.

Behandlung

Der subacromiale Raum wird arthroskopisch durch Abtragung der Unterseite des Schulterdaches erweitert.

AC-Gelenks-Arthrose

Die bewegliche Verbindung zwischen Schlüsselbein und Schulterdach wird durch das Acromio-Clavicular-Gelenk gewährleistet.  Bei Verschleiß dieses Gelenkes kann arthroskopisch die teilweise Resektion des Gelenkes und Entfernung des entzündeten Schleimbeutels eine Schmerzreduktion erreicht werden. 


Frozen Shoulder

Bei der frozen Shoulder handelt es sich um eine ausgeprägte Reduzierung des Bewegungsumfanges der Schulter (sog. eingesteifte Schultergelenk). Dieses kann nach operativen Behandlungen oder Unfällen (z.B. Brüchen) auftreten oder primär, v.a. Frauen 45.-55-LJ, bei Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen etc., auftreten.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt nach der akuten Phase meist konservativ durch forcierte Krankengymnastik unter adäquater Schmerztherapie und einem Cortisonschema. Kann durch eine  6-monatige konservative Therapie kein Erfolg erzielt werden,  besteht die Indikation zur Mobilisation/Aufdehnung der Gelenkkapsel in Narkose und  arthroskopische Einkerbung der Kapsel.


Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Bei der Kalkschulter (Tendinosis calcarea) werden Kalkkristalle in der Rotatorenmanschette eingelagert, die zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung führen können. Die nichtoperative Therapie besteht zunächst in einer Cortisoninjektion subacromial kombiniert mit der Einnahme von entzündungshemmend wirkenden Medikamenten und intensiver Krankengymnastik nach Abklingen des akuten Stadiums (2-3 Wochen).

Alternativ hat sich als nicht invasives Verfahren die Stosswellentherapie (ESWT) entwickelt. Erfolgsraten von über 50 % der Fälle sind bekannt. Die Indikation zur extrakorporalen Stosswellentherapie besteht aus einem erfolglosen konservativen Behandlungsversuch.


Nach Ausschöpfung aller nicht operativen Maßnahmen stellt die sicherste und effektivste Form der Behandlung  die arthroskopische Kalkentfernung dar. Hierbei wird vorsichtige das Depot in Supraspinatussehne eröffnet und entleert.


Rotatorenmanschettenruptur

Degenerativ oder durch ein Trauma kann es zum Abriß der Rotatorenmanschette kommen. Die Rotatorenmanschette stabilisiert den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne und führt die weitere Hebung des Armes ab 90° durch.

Behandlung

Aufgrund der Verbesserung des OP-Instrumentariums und der Operationstechnicken können unter bestimmten Umständen auch Refixation der Rotatorenmanschette arthroskopisch durchgeführt werden. Die Befestigung, ob offenes oder arthroskopisches Verfahren, erfolgt über sog. PushLock-Anker, mit denen die Rotatorenmanschette vorgezogen und am Oberarmkopf befestigt werden.


Instabilität - Labrumläsionen

Eine Luxation des Schultergelenks ("Auskugeln") kann das Labrum verletzt werden und eine Instabilität zurückbleiben. Das Labrum ist eine knorpelig-faserige Lippe um die Gelenkpfanne herum, die die Kontaktfläche zwischen Pfanne und Oberarmkopf vergrößert und so die Stabilität des Gelenks sichert.