Zusatzbezeichung Handchirurgie

Lange Zeit war die Bezeichnung "Handchirurg" nicht geschützt. Erst mit der ärztlichen Weiterbildungsordnung von 1993 wurde die Zusatzbezeichnung "Handchirurgie" als geschützter Begriff eingeführt. Die Bezeichnung kann von Orthopäden, Chirurgen und Plastischen Chirurgen erworben werden. Jeder Auszubildende muss eine dreijährige Weiterbildung absolvieren und einen umfangreichen Operationskatalog vorweisen. Nach einer bestandenen Prüfung vor der Ärztekammer kann die Zusatzbezeichnung "Handchirurgie" geführt werden.

Die Handchirurgie am Campus Benjamin Franklin

Seit dem 1. Juli 2008 wurde am Campus Benjamin Franklin die Handchirurgie enger in die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie eingegliedert und umstrukturiert. Dabei konnte das Spektrum der angebotenen Behandlungen erheblich ausgeweitet werden. 

Wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass die Ärztekammer Berlin positiv auf die Erweiterungsmaßnahmen unserer Klinik reagiert hat und der Abteilung für Handchirurgie zum 28. Januar 2013 die volle Weiterbildungsermächtigung für die Zusatzweiterbildung Handchirurgie übertragen konnte. 

Die Handchirurgie als Spezialfach

Das Vorhandensein so vieler unterschiedlicher, aber für die Gebrauchsfähigkeit der Hand gleichwertiger anatomischer Strukturen setzt für eine erfolgreiche Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen umfangreiche Kenntnisse des Arztes voraus. Er muß in der Lage sein, Veränderungen des Knochens, der kleinen Muskeln, der Sehnen, Nerven und Gefäße durch eine entsprechend breit gefächerte Ausbildung gleichermaßen gut behandeln zu können. In der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Handchirurgie aus der Allgemeinchirurgie, Plastischen Chirurgie und Orthopädie heraus durch Subspezialisierung zu einem Spezialfach, welches mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Zusammenhang mit den genannten chirurgischen Gebieten betrieben wird.
 
Wichtig für die Handchirurgie ist ein gewebeschonenden Vorgehen, die sogenannte "atraumatischen Operationstechnik". Dieser Gesichtspunkt spielt wegen der dicht zusammen liegenden Feinstrukturen, wie Sehnen, Nerven und Blutgefäßen eine wesentlich stärkere Rolle als im Bereich anderer Körperregionen. Der Einsatz mikrochirurgischer Techniken ermöglicht die Rekonstruktion von feinsten Nerven und Gefäßen, die Replantationen abgetrennter Finger sowie den Fingerersatz durch Zehentransfer.
Das Aufgabengebiet der Handchirurgie erstreckt sich im Weichteilbereich auf den gesamten Arm, da hier die Muskeln und Sehnen, Nerven und Blutgefäße verlaufen, welche zur Hand führen. Auch angeborene Fehlbildungen, wie z.B. die Syndaktylie, sind ein handchirurgischer Schwerpunkt.