Weiterbildung

Die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Charité – Universitätsmedizin Berlin am Campus Benjamin Franklin in Berlin-Steglitz bietet folgende Weiterbildungen an:

  • Basischirurgie i.S. des Common Trunc (Prof. Ertel, 24 Monate)
  • FA Orthopädie/Unfallchirurgie (WBO 2004, Prof. Ertel, 48 Monate)
  • Spezielle Unfallchirurgie (Prof. Dr. W. Ertel, 36 Monate)
  • Handchirurgie (Dr. Krüger, 36 Monate)

Sie befinden sich hier:

Curriculum Basisweiterbildung Chirurgie ("Common Trunk") und FA für Orthopädie/Unfallchirurgie

Die aktuelle Weiterbildungsordnung sieht für die Weiterbildung zum Facharzt beziehungsweise zur Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie zunächst für 2 Jahre einen "Common Trunk" vor. Danach erfolgt die Ausbildung in den Fächern Unfallchirurgie und Orthopädie.

Der Common Trunk setzt sich aus 4 halbjährigen Rotationen zusammen. Die beiden ersten Halbjahre werden von den Berufsanfängern und Berufsanfängerinnen auf der Normalstation absolviert. Sie werden mit den Grundprinzipien der Chirurgie und der Stationsarbeit vertraut gemacht.

Hieran schließt sich ein halbes Jahr Rotation auf der Chirurgischen Wachstation an. Das vierte halbe Jahr wird in der Rettungsstelle absolviert, in der die jungen Mitarbeitenden eine vollständige Weiterbildung in der Akutversorgung vom einfach verletzten bis zum polytraumatisierten Patienten erlernen.

Im Anschluss an die Absolvierung des Common Trunks schließt sich die spezielle Facharztweiterbildung für das Gebiet Orthopädie/Unfallchirurgie an. In den ab da folgenden vier Jahren absolviert die Assistentin oder der Assistent in der Weiterbildung eine jährliche Rotation durch die einzelnen Teams.

Im Folgenden werden die Inhalte und Ziele der Weiterbildung kurz skizziert:

Strukturierte Weiterbildungsplanung

1. Jahr - Aufnahmen, Behandlungskonzepte, Operationsverfahren, Nachbehandlungsschemata - kleine Materialentfernungen, Bursektomien etc. ATLS
2. Jahr - 6 Monate Wache-Rotation, Training des pathophysiologischen Verständnisses, Management von Notfällen, 6 Monate Erste Hilfe Diagnosestellung, Notfallversorgung, initiale Versorgung von Luxationen - Materialentfernungen, Weber-B-Frakturen, Olekranonfraktur-Zuggurtung etc. AO-Kurs 1
3. Jahr - poliklinische Versorgung der jeweiligen Spezialsprechstunden - Frakturversorgung, 1. Assistenz bei großen OPs AO-Kurs 2
4.–6. Jahr - Grundlagen des Durchgangsarztverfahrens und Begutachtungen - Wirbelsäule: Bandscheiben, Frakturen und Dekompression, Becken: Knie und Hüftendoprothetik, Extremitäten: große Frakturversorgung inkl. kindlicher Frakturen Spezialkurse

Am Ende des 3. Jahres ist der Übergang vom 2. in den 1. Dienst vorgesehen. Im 6. Ausbildungsjahr sollte der Assistent beziehungsweise die Assistentin in der Lage sein, selbstständig das Management von Polytraumen zu bewältigen.

Als Universitätsklinik mit höchstem wissenschaftlichem Anspruch wird erwartet, dass die Mitarbeitenden der Klinik aktiv an der Forschung teilnehmen und sich im Laufe ihrer Weiterbildung eigene Forschungsschwerpunkte erarbeiten. Dafür ist es vorgesehen, dass Assistierende in ihrer Karriere ein Jahr von der Klinik freigestellt werden.

Lehre

Die Lehre ist ein zentraler Bestandteil der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Charité. Die Lehrverpflichtungen der Klinik sind vielfältig, sodass junge Assistenten und Assistentinnen spätestens nach Ablauf des Common Trunks mit Lehraufgaben betraut werden ("bedside-teaching"). Dem fortschreitenden Weiterbildungsstand entsprechend werden auch die Lehrverpflichtungen angepasst.

Dienstmodell

Die Klinik für Unfallchirurgie in Berlin-Steglitz hat ein Dienstmodell, das auf dem Prinzip der 5-Tage-Woche basiert:

  • Von Montag bis Donnerstag wird in jeweils 3 Sälen operiert.
  • Am Freitag stehen zwei Operationssäle für das Elektivprogramm zur Verfügung.
  • Der Samstag und Sonntag sind für das Programm für Notfalleingriffe reserviert.

Sowohl unter der Woche als auch am Wochenende wird das Tagesprogramm von einem Tagdienst übernommen. Die Versorgung in der Nacht ist durch eine oder einen erfahrenen Assistenten im Bereitschaftsdienst und eine oder einen Assistenten im Rufdienst gewährleistet. Rufdienst hat jeweils eine Oberärztin oder ein Oberarzt.

Zusatzweiterbildung Handchirurgie

Ab dem 1. Juli 2008 wurde am Campus Benjamin Franklin die Handchirurgie enger in die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie eingegliedert und umstrukturiert. Dabei konnte das Spektrum der angebotenen Behandlungen erheblich ausgeweitet werden. 

Die Ärztekammer Berlin hat positiv auf die Erweiterungsmaßnahmen reagiert und der Abteilung für Handchirurgie zum 28. Januar 2013 die volle Weiterbildungsermächtigung für die Zusatzweiterbildung Handchirurgie übertragen. 

Zusatzbezeichnung Handchirurgie

Lange Zeit war die Bezeichnung "Handchirurg" nicht geschützt: Erst mit der ärztlichen Weiterbildungsordnung von 1993 wurde die Zusatzbezeichnung "Handchirurgie" als geschützter Begriff eingeführt.

Die Bezeichnung kann von

  • Orthopädinnen und Orthopäden,
  • Chirurginnen und Chirurgen sowie
  • Plastischen Chirurginnen und Chirurgen erworben werden.

Auszubildende müssen eine dreijährige Weiterbildung absolvieren und einen umfangreichen Operationskatalog vorweisen. Nach bestandener Prüfung vor der Ärztekammer kann die Zusatzbezeichnung "Handchirurgie" geführt werden.

Die Handchirurgie als Spezialfach

Das Vorhandensein so vieler unterschiedlicher, aber für die Gebrauchsfähigkeit der Hand gleichwertiger anatomischer Strukturen setzt für eine erfolgreiche Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen umfangreiche Kenntnisse des oder der Behandelnden voraus: Er oder sie muss in der Lage sein, Veränderungen

  • des Knochens,
  • der kleinen Muskeln,
  • der Sehnen,
  • der Nerven und
  • der Gefäße

durch eine entsprechend breit gefächerte Ausbildung gleichermaßen gut behandeln zu können.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Handchirurgie aus der Allgemeinchirurgie, Plastischen Chirurgie und Orthopädie heraus durch Subspezialisierung zu einem Spezialfach, das mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Zusammenhang mit den genannten chirurgischen Gebieten betrieben wird.

Wichtig für die Handchirurgie ist ein gewebeschonenden Vorgehen, die sogenannte atraumatische Operationstechnik. Dieser Gesichtspunkt spielt wegen der dicht zusammenliegenden Feinstrukturen wie Sehnen, Nerven und Blutgefäße eine wesentlich stärkere Rolle als im Bereich anderer Körperregionen. Der Einsatz mikrochirurgischer Techniken ermöglicht die Rekonstruktion von feinsten Nerven und Gefäßen, die Replantationen abgetrennter Finger sowie den Fingerersatz durch Zehentransfer.

Das Aufgabengebiet der Handchirurgie erstreckt sich im Weichteilbereich auf den gesamten Arm, da hier die Muskeln, Sehnen, Nerven und Blutgefäße verlaufen, welche zur Hand führen. Auch angeborene Fehlbildungen, z.B. die Syndaktylie, sind ein handchirurgischer Schwerpunkt.