Behandlung von Arbeitsunfällen

Die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie ist von den Berufsgenossenschaften zur Behandlung von Arbeitsunfällen (D-Arzt) und zum Schwerverletztenverfahren (§6- Verfahren) zugelassen.

Ein Arbeitsunfall liegt vor, wenn dieser bei einer rechtlich versicherten Tätigkeit geschieht. Die Grundlage hierfür findet sich im Sozialgesetzbuch (SGB) VII.

Sie befinden sich hier:

Berufgenossenschaftliches Heilverfahren (D-Arzt-Verfahren)

Der Versicherte ist nicht nur auf der Arbeitsstelle selbst, sondern auch bei einem Unfall auf dem Weg von und zu dieser versichert ("Wegeunfall"). Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind dabei von der gesetzlichen Unfallversicherung abgedeckt.

Versicherungsträger sind dabei die Berufsgenossenschaften, die Unfallkassen des Bundes und der Länder und die Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften.

Oftmals wird bei Arbeitsunfällen von einem "§6- Verfahren" gesprochen- was dem heutigen Verletzungsartenverzeichnis (VAV) entspricht. Hierbei sind Erkrankungen und Verletzungen aufgeführt, die aufgrund der Schwere oder der komplexen Nachbehandlung nur von entsprechend ausgebildeten Ärzten und qualifizierten Einrichtungen behandelt werden dürfen. Unsere Klinik ist von den Berufsgenossenschaften zur Behandlung solcher Fälle zugelassen. Im Jahre 2014 wurde zusätzlich das sogenannte Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) eingeführt. Auch für die Therapie dieser schwersten Unfälle wurde unserer Klinik die Zulassung erteilt.

Die Behandlung hat durch einen Durchgangsarzt ("D-Arzt") zu erfolgen, wenn die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt oder die Behandlungsbedürftigkeit voraussichtlich mehr als eine Woche beträgt. Eine Vorstellung beim Durchgangsarzt hat auch dann zu erfolgen, wenn nach Auffassung des behandelnden Arztes die Verordnung von Heilmitteln (z.B. Gehhilfen, Schienen) erforderlich ist. Bei Wiedererkrankung ist in jedem Fall eine Vorstellung erforderlich. Der Unfallverletzte hat grundsätzlich die freie Wahl unter den Durchgangsärzten.

Die meisten Unfälle (~80%) unterliegen einer "allgemeinen Heilbehandlung", dies ist in der Regel bei minderschweren Verletzungen der Fall. Bei der "besonderen Heilbehandlung" liegen komplexere Verletzungsfolgen vor, die durch entsprechene Fachkenntnis behandelt werden sollte. Zeigt es sich, dass die Verletzung schwerer ist oder die Nachbehandlung komplizierter ist, so wird die allgemeine Heilbehandlung in eine besondere Heilbehandlung überführt.