Behandlung von Arbeitsunfällen

Die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist von den Berufsgenossenschaften zur Behandlung von Arbeitsunfällen nach dem sogenannten stationären Durchgangsarztverfahren (DAV), auch D-Arzt-Verfahren genannt, und zum Schwerstverletzungsartenverfahren (SVA) zugelassen.

Ein Arbeitsunfall liegt vor, wenn dieser bei einer rechtlich versicherten Tätigkeit geschieht. Die Grundlage hierfür findet sich im Sozialgesetzbuch (SGB) VII.

Sie befinden sich hier:

Berufgenossenschaftliches Heilverfahren (D-Arzt-Verfahren)

Der oder die Versicherte ist nicht nur auf der Arbeitsstelle selbst, sondern auch bei einem Unfall auf dem Weg von und zu dieser versichert ("Wegeunfall"). Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind dabei von der gesetzlichen Unfallversicherung abgedeckt.

Versicherungsträger sind dabei

  • die Berufsgenossenschaften,
  • die Unfallkassen des Bundes und der Länder sowie
  • die Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften.

Oftmals wird bei Arbeitsunfällen von einem "Paragraf-6-Verfahren" gesprochen, was dem heutigen Verletzungsartenverzeichnis (VAV) entspricht. Hierbei sind Erkrankungen und Verletzungen aufgeführt, die aufgrund der Schwere oder der komplexen Nachbehandlung nur von entsprechend ausgebildeten Ärzten und qualifizierten Einrichtungen behandelt werden dürfen.

Die Unfallklinik der Charité in Berlin-Steglitz ist von den Berufsgenossenschaften zur Behandlung solcher Fälle zugelassen. Im Jahr 2014 wurde zusätzlich das SAV eingeführt. Auch für die Therapie dieser schwersten Unfälle wurde der Unfallklinik die Zulassung erteilt.

  • Die Behandlung hat durch einen Durchgangsarzt (D-Arzt) zu erfolgen,
    wenn die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt oder
    die Behandlungsbedürftigkeit voraussichtlich mehr als eine Woche beträgt.
  • Eine Vorstellung beim Durchgangsarzt hat auch dann zu erfolgen, wenn nach Auffassung des behandelnden Arztes die Verordnung von Heilmitteln, z.B. Gehhilfen oder Schienen, erforderlich ist.
  • Bei Wiedererkrankung ist in jedem Fall eine Vorstellung erforderlich.

Die oder der Unfallverletzte hat grundsätzlich die freie Wahl in puncto Durchgangsarzt.

Die meisten Unfälle (rund 80 Prozent) unterliegen einer "allgemeinen Heilbehandlung". Das ist in der Regel bei minderschweren Verletzungen der Fall.

Bei der "besonderen Heilbehandlung" liegen komplexere Verletzungsfolgen vor, die durch entsprechende Fachkenntnis behandelt werden sollten.

Zeigt es sich, dass die Verletzung schwerer oder die Nachbehandlung komplizierter ist, so wird die allgemeine Heilbehandlung in eine besondere Heilbehandlung überführt.